Honigernte 2016

In diesem Jahr muss bei meiner Imkerei alles etwas zügiger und mit weniger Zeit für Reflektion geschehen. Deshalb erscheinen zur Zeit weniger oft neue Beiträge, und deshalb kann ich auch nicht ganz so gezielt neue Elemente in der Betriebsweise ausprobieren, so wie ich etwa im letzten Jahr eine totale Brutentnahme ausprobiert und das Ergebnis mit Nachbarvölkern verglichen habe.

Nichtsdestotrotz stand letztes Wochenende endlich die erste Honigernte 2016 an, nachdem die Robinie durchgeblüht war und die Linde überraschend früh in den Startlöchern stand. Gerade rechtzeitig also, um voll verdeckelte Honigwaben wie diese hier rauszuholen und zu schleudern. Das Ergebnis ist ein toller Honig, wie jedes Jahr ganz einzigartig und neu im Geschmack.
2016-06-05 10.45.20

Wildbienen im Bundestag

Die Bundesregierung hat gestern eine  Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag zum Zustand der Wildbienen in Deutschland beantwortet. In der Antwort steht unter anderem,

dass von den rund 560 in Deutschland vorkommenden Bienenarten 31 Arten vom Aussterben bedroht und 39 ausgestorben oder verschollen seien. Eine Ursache des Populationsrückgangs sei die Zerstörung der Nistplätze sowie mangelndes Nahrungsangebot infolge intensiver Landnutzung unter anderem durch Flächenverluste, Infrastrukturmaßnahmen und Wildkräuterbekämpfung sowie durch zu häufig oder zu früh gemähte Grünflächen und aufgeräumte private Gärten. Auch die Düngung könne an nährstoffarmen Standorten zu einer Verschiebung der Artenzusammensetzung führen. Folge einer intensiveren Düngung sei die Abnahme des Anteils der für Bestäuberinsekten attraktiven blühenden Arten sowie ein Rückgang der zur Blüte kommenden Pflanzenanzahl und somit ein geringeres Nahrungsangebot.

Die FAO verbessert ihre Daten. Ein bisschen.

Vor einiger Zeit hatte ich darüber geschrieben, dass die Statistiken der Vereinten Nationen, genauer der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), über die weltweit gehaltenen Honigbienen offensichtlich fehlerhaft sind. Ich hatte damals sowohl die zuständige Stelle in Rom als auch das Bundeslandwirtschaftsministerium angeschrieben, um auf die Fehler hinzuweisen.

Von der FAO habe ich eine eher launische Antwort erhalten:

Despite the census of hives being mandatory in many countries, the information about these is often insufficient and imprecise. The situation is aggravated by the particular characteristics of sector: scattered sector, heterogeneity of business stakeholders, differences in geographical area and others.

The determination of the consistency and structure of the beekeepers has never been easy and the same research institutes consider beekeeping only on the occasion of the general censuses of agriculture, which very often do not respond to the necessities of consistent data collection in the beekeeping sector. Mostly, they include only part of the producers in the agricultural sector, being farmers as well.

Nevertheless, as improving the quality of the database is part of the general FAO policy of continuous data quality improvement, any suggestions aimed at upgrading the quality of the data is welcome.

Vom BMEL hingegen kam folgende Replik:

Für Ihren Hinweis auf Abweichungen der Daten zu Bienenvölkern zwischen der Statistik des Deutschen Imkerbundes und dem statistischen Jahrbuch des BMEL einerseits und der Agrarstatistik der FAO anderseits möchten wir uns bedanken. Die BLE übermittelt der FAO die Daten zu Bienenvölkern aus der DIB-Statistik. Eine nochmalige Überprüfung ergab, dass die Zahlen zu Bienenvölkern des DIB mit denen der FAO-Statistik seit dem Jahr 2008 übereinstimmen. Für die Jahre 2001 bis 2007 weist die FAO-Statistik Schätzwerte aus. Warum die FAO für diese Jahre Schätzwerte veröffentlicht hat, konnte nicht geklärt werden. Der DIB hat uns die Daten für die Jahre 2001 – 2007 nochmals übermittelt und wir werden diese umgehend an die FAO weiterleiten mit der Bitte, diese anstelle der Schätzzahlen für die Jahre 2001 – 2007 zu veröffentlichen.

Wenn das dereinst in die Datenbank eingetragen sein wird, werde ich also geholfen haben dass die Daten der Vereinten Nationen über Honigbienen ein klein wenig besser geworden sind.

Wildbau

So ist das, wenn man ein Baby zu versorgen und eine Zweitklässlerin bei Laune zu halten, einen Job zu meistern und Dienstreisen zu absolvieren, diverse Schnupfenvirenattacken und Schnittwunden zu bewältigen und zu alledem zwei Handvoll Bienenvölker zu betreuen hat: Manchmal kommt das Hobby etwas zu kurz und die Bienen, die sowieso gerne machen was sie wollen, tun dies mit besonderer Hingabe. So auch bei einem meiner Dachvölker, das hinter dem bei Dadant-Beuten üblichen Schied üppigen Wildbau betrieben hat.

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Eine vorbildliche Blühfläche

Ich bin gerade mit dem Grünflächenamt Friedrichshain-Kreuzberg in Gespräch, wo und mit welchen Mitteln artenreiche Blühflächen statt kurz geschorenem Rasen wachsen könnten. In einem Pilotprojekt soll jetzt am Anhalter Bahnhof eine der Grünflächen wachsen und blühen dürfen, worüber ich schon längst einen Beitrag schreiben wollte .

Noch bevor ich dazu gekommen bin, habe ich aber diese vorbildlich gestaltete Blühfläche am Halleschen Ufer beim Mendelssohn-Bartholdy-Park gefunden. Viele Frühblüher bieten den ersten Pollen- und Nektarsammlerinnen des Jahres Futter. Ein nett formuliertes und informatives Schild weist darauf hin, warum die Fläche etwas verwilderter aussieht als die meisten Parks drum herum.

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Sehr schön, davon sollte es mehr geben!

Die Hummeln fliegen auch

Am Sonntag noch hatte ich im Gleisdreieck-Park eine traurigerweise plattgefahrene Hummelkönigin gesehen, doch gestern Abend habe ich dann in unserem Garten eine entdeckt, die den Verkehrsrisiken anscheinend besser aus dem Weg zu gehen weiß.

Hummelkönigin-03-2015Der Zeichnung nach zu urteilen ist es eine Dunkle Erdhummel, eine der in Europa am häufigsten vorkommenden Hummelarten. Sie kam übrigens aus diesem unscheinbaren Loch im Erdboden geflogen, wo sie wohl angefangen hat ihr Nest zu bauen.

Hummelnesteingang-03-2015Übrigens schafft es nur eine von 10 im Spätsommer geschlüpften Hummelköniginnen, auch wirklich ein neues Nest zu gründen. Die Chancen für meine Königin stehen mit dem überstandenen Winter und dem geeigneten Nistplatz schonmal nicht schlecht.