Bienen und „More Than Honey“ im Rathaus Kreuzberg

Letzten Donnerstag hat es mich ins Rathaus Kreuzberg verschlagen. Turgut Altug, MdA von Bündnis 90 / Die Grünen, hatte in der Yorckstraße zu einer Imkerei-Veranstaltung eingeladen. Nachdem vorab um 17.15 Uhr einige Bienenstöcke auf dem Gelände des Rathauses aufgestellt worden waren, wurde ab 18.00 Uhr im BVV-Saal der Dokumentarfilm „More Than Honey“ aufgeführt. Anschließend gab es eine einstündige Podiumsdiskussion mit Filmregisseur Markus Imhoof, den Berliner ImkerInnen Marc-Wilhelm Kohfink und Erika Mayr, dem Friedrichshain-Kreuzberger Stadtrat Hans Panhoff und der Linken MdA Marion Platta. Zum Abschluss gab es häppchenweise Ökozeugs zum Essen, das mit ebenso gutem Wein heruntergespült werden konnte.

2013-04-25 Imkerei in der BVV xberg

Blick auf die Podiumsdiskussion aus dem gut gefüllten Zuschauerraum.

Ich hatte von „More Than Honey“ schon gehört und einen Trailer gesehen, den Film selbst kannte ich aber noch nicht. Typisch für mich kam ich eine großzügig bemessene Viertelstunde zu spät, so dass ich die ersten Minuten verpasste. Erste Konsequenz war, dass ich einige Zeit brauchte um einen Sitzplatz zu finden. Der BVV-Saal war nämlich überraschend voll mit interessierten ZuschauerInnen. Als ich dann saß, war ich schnell gebannt von dem Film. Anhand von einigen Protagonisten stellt Regisseur Imhoof die Spannbreite heutiger Imkerei vor: Ein Schweizer Bergimker und eine österreichische Züchterin, ein US-amerikanischer konventioneller Berufsimker und sein alternatives Pendant aus dem Süden, und schließlich australische Bienenforscher. Wer einen EIndruck von dem Film bekommen möchte, ist mit den folgenden drei Clips gut bedient:

Letztlich ließ mich „More Than Honey“ etwas ratlos zurück. Ich fand die Summe aller Probleme als Erklärung für die zahlreichen Schwierigkeiten der Bienenvölker überzeugend:  Zu überzüchteten Bienenvölkern kommen die Pestizide, dazu kommt die Varroamilbe, dazu kommt (zumindest im Falle der US-amerikanischen Gigantomanie) eine höchst fragwürdige Praxis der Bienenhaltung.

Was also tun? Ob die Verwilderung, wie sie am Beispiel der Afrikanisierten Honigbiene dargestellt wurde, die Antwort hierauf ist, muss offen bleiben. Ich selbst stehe ja noch vor ganz anderen, viel grundlegenderen imkerlichen Problemen und behalte das daher mal eher im Hinterkopf. Als Politikwissenschaftler interessiert es mich aber schon wie soziale Gruppen mit einem komplexen Problem umgehen, an welchen Stellen Lösungen entwickelt und wie diese schließlich umgesetzt werden.

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