Die ersten Stiche

In den letzten Wochen habe ich mir meine ersten Stiche eingefangen, nachdem ich zuvor schon recht viel an Bienenstöcken gearbeitet hatte und stichfrei geblieben war. Aber irgendwann erwischt es jeden. Stiche gehören zum Imkern, und auch mit Schutzkleidung lassen sie sich nicht ganz vermeiden. Interessant finde ich dabei, wie wenig schmerzhaft die Stiche sind (jedenfalls im Vergleich zu waaahnsinnig fiesen Erinnerungen aus der Kindheit) und wie unterschiedlich die Folgen ausfallen können.

Der erste Stich war nicht ganz unverdient, weil wir ohne Schleier und Rauch in einem noch nicht sehr starken Volk nach Weiselzellen gucken wollten. Zack, hatte ich einen Stich in der Wange! Man soll den Stachel ja nicht zwischen zwei Fingern greifen, sondern mit einem Fingernagel herausschieben damit sich die Giftblase nicht entleert. Gute Idee, funktioniert aber nicht wenn man den Stachel gar nicht sehen kann. Als dann noch eine zweite Biene im Angriffsflug auf mich zusteuerte, sich erst auf mein Ohr stürzte und sich dann in meinen Haaren verfing, hatte ich genug. Seitdem ziehe ich mir immer brav einen Schleier über.

Da es mein erster Stich seit zwei Jahrzehnten war, habe ich ihn natürlich ganz genau beobachtet. Der Piekser selbst tat nicht besonders weh, etwa so als ob man sich einen kleinen Holzsplitter einfängt. In den Tagen danach habe ich dann eine Mischung aus Taubheit und leichtem Druckschmerz an der Stelle gespürt. Halb so wild also.

Vorgestern habe ich dann drei weitere Stiche abbekommen, als ich bei miesem nasskalten Wetter eine längst überfällige Schwarmkontrolle gemacht und gleichzeitig einen Kunstschwarm erstellt habe. Für die Vielzahl von Bienen, die ich da um mich herum hatte, finde ich drei Stiche aus zwei (jetzt drei) Völkern recht wenig. Viel bemerkenswerter finde ich dagegen, wie unterschiedlich die Reaktionen darauf sind!

Einen Stich im Mittelfinger der rechten Hand spüre ich überhaupt nicht. Der zweite Stich, auf dem Handrücken der linken Hand ein paar Zentimeter weg vom Daumenansatz, hat eine kleine Quaddel gebildet und mich ansonsten nicht gestört. Der dritte Stich aber, in der Nähe der Handkante ebenfalls auf dem Handrücken, ist noch am Abend ordentlich angeschwollen und juckt seit gestern richtig fies! Die Schwellung betrifft eine Fläche von ca. 5x5cm und ist vor allem im Vergleich zur rechten Hand deutlich zu sehen.

Das Bienengift besteht vor allem aus Eiweißen, auf die der Körper mit entsprechenden Reaktionen (Schwellung, Juckreiz etc.) reagiert. Warum die Stiche an der einen Stelle mal so, an einer anderen ganz anders wirken, kann ich nicht sagen. Vielleicht hängt es ganz einfach mit der Menge des Giftes zusammen, das hieße dort wo ich die größte Schwellung habe, habe ich habe den Stachel am längsten drin gelassen.

Von anderen Imkern habe ich Sachen gehört wie „Die ersten 20 Stiche sind am schlimmsten“ oder „Nach 100 Stichen spürt man sie kaum noch“. Dann habe ich jetzt nur noch 96 juckende Quaddelstellen vor mir.

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