Kleine Medienkunde

Am 3. Juli hatte sich ein Bienenschwarm an einer Tramhaltestelle in Berlin-Mitte niedergelassen. Irgendein Bienenhalter hatte nicht richtig aufgepasst, weg war er. Die Damen ließen sich auf der Suche nach einem neuen Zuhause auf dem Asphalt nieder, bis ein zufällig vor Ort befindlicher Imker den Schwarm kurzerhand einfing. Was schrieben die Zeitungen? Die Berliner Morgenpost titelte noch recht neutral: „Bienenschwarm am Rosenthaler Platz belästigt Tram-Fahrgäste“. Etwas aufgeregter schon die BZ: „Brummer-Alarm: Hier warten 30.000 Bienen auf die Tram.“ Der Kurier hyperventiliert bereits: „Panik in Mitte: Bienen-Invasion am Rosenthaler Platz“. Doch erst die Bild lässt das Blut so richtig spritzen: „Angriff mitten in der City: Bienenschwarm fällt über BVG-Haltestelle her!“

Schwärme sind zwar ausgesprochen friedlich, doch an einer Tram-Haltestelle mit viel Publikumsverkehr könnte sogar die friedlichste Biene ungehalten werden. Wie schlimm war es? Ausgerechnet die Bild zitiert BVG-Sprecherin Petra Reetz mit den Worten: „So wurde offenbar niemand gestochen.“ Kein einziger Stich? Und was ist mit der „Panik“, dem „Angriff“ und der „Invasion“? Das sah ungefähr so aus:

Hier sieht man die entspannten Imker dabei, den Schwarm einzusacken:

Beängstigend! Die Reaktion der Schundmedien sollte trotzdem Anlass genug sein sich ins Bewusstsein zu rufen, dass Bienenschwärme in der Stadt problematisch sein können.

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