Eine E-Mail an Hellweg

Morgen eröffnet in der Yorckstraße ein neuer Hellweg-Baumarkt. Eine gute Gelegenheit, den kürzlich von Greenpeace geäußerten Protest gegen bienengefährliche Insektizide in Baumärkten weiter zu verbreiten!

Die Europäische Kommission hatte am 24. Mai per Verordnung drei sogenannte Neonicotinoide für vorerst zwei Jahre verbieten lassen. Neonicotinoide sind hochwirksame Insektengifte, die Bienenvölker, Wildbienen und Hummeln schwer schädigen können.

Als Stadtmensch denkt man möglicherweise, das betreffe vor allem ländliche Gebiete und die konventionelle Landwirtschaft mit ihrem hohen Pestizideinsatz. Doch auch in Baumärkten werden Insektenvernichtungsmittel mit diesen Wirkstoffen verkauft, die Leute in ihren Kleingärten, Hinterhöfen und Balkonen einsetzen. Schon im Juni hatten deshalb Greenpeace-Aktivisten (ich war selber mal einer) vor 50 Filialen von Obi, Praktiker und toom dagegen protestiert, diese für Bienen und andere Insekten extrem gefährliche Mittel zu verkaufen.

Der Protest zeigte schnell Wirkung, und die meisten Baumärkte haben zugesichert in Kürze die von der EU verbotenen Pestizide auszulisten. Bauhaus erklärte erfreulicherweise, über die Regulierung der EU-Kommission hinauszugehen und noch zwei weitere Stoffe nicht mehr anzubieten. Einige Zeit nach der Protestaktion erklärte sich toom bereit, alle im Greenpeace-Report „Bye Bye Biene“ gelisteten Gifte aus dem Sortiment zu nehmen – die bisher weitestgehende Selbstverpflichtung zum Bienenschutz.

Keine Informationen habe ich hingegen darüber finden können, wie Hellweg es mit den Pestiziden in seinen Filialen hält. Also habe ich einfach selbst nachgefragt und folgende E-Mail geschrieben:

Sehr geehrtes Hellweg-Team,

als Imker in Berlin-Kreuzberg bin ich sehr daran interessiert, meinen Stadtbienen eine möglichst insektenverträgliche Umgebung anzubieten. Nach Berichten von Greenpeace verkaufen jedoch zahlreiche Baumärkte Insektenvernichtungsmittel, die auch für Honigbienen eine erhebliche Gefahr darstellen können. Werden diese Mittel beispielsweise in Kleingärten eingesetzt, können sie Bienenvölkern und anderen Insekten wie Wildbienen und Hummeln erheblichen Schaden zufügen.

Nachdem die EU-Kommission Anfang des Jahres einige der sogenannten Neonikotinoide zumindest vorübergehend verboten hat, interessiert mich nun ob Hellweg mit gutem Beispiel voran geht und alle verdächtigen Insektizide aus dem Regal verbannt. Einige Ihrer Konkurrenten, darunter Toom, haben sich nach Protesten von Greenpeace bereits dazu bereit erklärt:

„Der Baumarkt Toom hat öffentlich erklärt, zukünftig alle im Greenpeace-Report ‚Bye Bye Biene‘ genannten Pestizide aus dem Sortiment zu nehmen. Damit setzt Toom nach Bauhaus ein noch eindeutigeres Zeichen für den Bienenschutz.“

http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/nachrichten/artikel/toom_verzichtet_auf_den_verkauf_von_bienengefaehrlichen_pestiziden/

Ich hoffe, dass Hellweg sich hier ebenfalls aktiv zeigt und möglichst umweltverträgliche Insektizide anbietet. Gerade bei der anstehenden Eröffnung des neuen Kreuzberger Baumarktes bietet sich eine Chance dazu, das Sortiment bienenfreundlich zu gestalten.

Mit freundlichen Grüßen,

Nils Simon

Ich bin gespannt auf die Antwort! Wer selber nachhaken will wie Hellweg es mit dem Bienenschutz hält, kann sich per Kontaktformular direkt an die Kette wenden.

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