Varroa-Kontrolle mit Puderzucker

In diesem Jahr höre ich von vielen Imkern, dass sie kaum Varroa in ihren Völkern haben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, haben die meisten dennoch die Sommerbehandlung mit Ameisensäure durchgeführt, so auch ich. Jetzt im Spätsommer bzw. Frühherbst frage ich mich aber, ob eine weitere Behandlung wirklich notwendig ist.

Klassischerweise schaut man auf einer unter der Beute eingeschobenen Unterlage, einer sogenannten Windel, danach wie viele Milben natürlicherweise herunterfallen. Findet man viele Milben, ist eine Behandlung dringend angeraten. Findet man hingegen wenige Varroen, kann man sich leicht in falscher Sicherheit wiegen und denken, der Befall sei offensichtlich nicht so schlimm.

Zumindest auf meinen Unterlagen haben sich ständig Ameisen, Ohrenkneifer und auch gelegentliche Wespen herumgetrieben. Für die ist eine kleine Varroa ein willkommener Snack, und so hilft es mir herzlich wenig zu wissen, dass nach drei Tagen nur eine Milbe zu finden ist. Vielleicht waren es viel mehr, aber die sind sofort weggefuttert worden? Also zur Sicherheit doch einfach behandeln?

Es gibt eine gute Methode, um sehr genau zu bestimmen wie hoch die Milbenbelastung im Bienenvolk ist. Dazu baut man sich einen Schüttelbecher, füllt diesen mit Bienen und Puderzucker und schüttelt so die Milben herunter, um sie anschließend auszuzählen.So sieht meiner aus:

schüttelbecher

Auf der Seite vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen sind zwei sehr gute Anleitungen zum Bau des Schüttelbechers, zur Durchführung der Probe und zur Auswertung des Ergebnisses verlinkt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man bekommt eine exakte Übersicht darüber, ob eine Behandlung notwendig oder überflüssig ist, und die Bienen überleben den Test zwar schwindlig und bepudert, aber ansonsten weitgehend unbeschadet. Hier ist ein Video, das die Puderzucker-Befallskontrolle zeigt:

Ich habe bei meinen beiden Völkern auf dem Dach einmal zwei und einmal drei Milben gefunden, bin also im grünen Bereich. Zur Sicherheit werde ich im Oktober noch einmal testen und dann wissen, ob es einer Winterbehandlung bedarf oder nicht. Die Völker im Garten kommen am Wochenende dran.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Varroa veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Gedanken zu “Varroa-Kontrolle mit Puderzucker

  1. Lieber Imker , weder Ameisen noch Wespen noch Ohrenkneifer machen sich über die Varroas her. Es sei denn die Windel ist klinisch sauber. Ist sie aber nicht da viele Pollen ect. auch da liegen. Das haben die Ameisen und Co. viel lieber. Deswegen ist die Aussage schlicht falsch. Man kann hervorragend den Befall bestimmen. Und diese Schüttelmethode …die armen Bienen…….. Ich empfehle das Buch einfach Imkern vom Bienenwissenschaftler Dr. Liebig . Dort steht die Bienenhaltung und Varroabekämpfung vernünftig beschrieben. Und das ist 1000 fach erprobt. Mit kollegialen Grüßen Jürgen

    • Hallo Jürgen, laut FiBL und zahlreicher anderer Quellen futtern Ameisen und andere Tierchen sehr wohl heruntergefallene Varroen weg (siehe z.B. hier). Sonst wäre auch kaum zu erklären, dass auch bei deutlichem Milbenbefall manchmal die Windel leer zu sein scheint.
      Die Schüttelmethode selbst das Bieneninstitut Kirchhain in diesem Video sehr anschaulich dargestellt. Ich finde das sehr viel sanfter, im Vergleich dazu, verdachtslos als 200ml Ameisensäure verdunsten zu lassen oder aufgrund einer leergenaschten Windel fälschlicherweise keine Behandlung durchzuführen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s