Varroa-Belastung der Kreuzberger Bienen

Eine der imkerlichen Aufgaben nach der Ernte des Sommerhonigs ist es, die Bienen vor der Varroa-Milbe zu schützen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die hervorragende Broschüre „Varroa unter Kontrolle“ darstellt.

Bei allen meinen Bienen habe ich nach der ersten Sommerbehandlung Anfang August nur einen geringen Fall von toten Milben gefunden, so dass ich es genauer wissen wollte. Erstens habe ich mit der Puderzucker-Methode den Befall bei mir genau ermittelt, und zweitens habe ich per Mail unter Kreuzberger Imkerinnen und Imkern herumgefragt, wie bei ihnen die Situation ist. Hier ist das Ergebnis:

10 Imkerinnen und Imker haben geantwortet und das gemischte Bild bestätigt. In Kürze: Es gibt Völker mit verschwindend geringer und welche mit sehr starker Belastung, teilweise sogar am selben Bienenstand, so dass auf jeden Fall genau geschaut werden sollte wie es im Einzelfall aussieht.

Viele berichten, dass vor allem bei der ersten Behandlung zahlreiche Milben fielen, zwei Mal wurde „extrem hoher Befall“ festgestellt (wenn auch nicht in Zahlen ausgedrückt). In der Regel wurden Werte wie „200-300 Milben“ oder „ein paar Hundert“ genannt. Andererseits stellte sich in Einzelfällen schon bei der ersten Behandlung heraus, dass eher wenige Milben vorhanden waren.

Nach der Erstbehandlung verkehrte sich das uneinheitliche Bild. In wenigen Fällen sind auch bei der zweiten Behandlung noch viele Milben gefallen, in der Mehrzahl der Rückmeldungen wird jedoch von geringer bis nicht vorhandener Belastung berichtet. Entsprechend wollen sich einige die Winterbehandlung mit Oxalsäure sparen, während andere sie aufgrund der Belastung für absolut nötig halten, diese obligatorisch vornehmen etwa weil sie Teil der Betriebsweise ist, oder weil sie aus den vergangenen Jahren die Erfahrung mitgenommen haben dass es ihren Bienen damit besser geht.

Die uneinheitliche Belastung betrifft auch einzelne Bienenstände und scheint nicht von der Haltungsform abzuhängen. So wird teilweise am selben Stand einmal hohe und einmal niedrige Belastung berichtet. Auch in Kreuzberger Bienenkisten wird der der Befall einmal als „mäßig bs fast gar nicht“ beschrieben, ein anderes Mal fallen über 200 Milben nach der Behandlung. Ein anderer Imker hat testweise in einem Volk mehr Drohnenbrut schlüpfen lassen, dies ist das Volk mit deutlich stärkerem Befall als das andere, in dem regelmäßig der Baurahmen ausgeschnitten wurde.

Um den Befall zu ermitteln, greifen mehrere Imkerinnen und Imker auf die Puderzucker-Methode zurück. Mit der untergeschobenen Windel gab es stellenweise Probleme, weil Ameisen die gefallen Varroen gerne wegfuttern. So kann es aussehen, als sei die Belastung gering, während in Wirklichkeit Handlungsbedarf besteht. Eine Lösung ist, die Windel einzufetten oder mit einem in Öl getränkten Tuch zu belegen, was einige sicherheitshalber tun.

Soweit die Zusammenfassung der an mich gemailten Rückmeldungen. Zum Schluss noch ein Foto von meiner letzten Bienenprobe mit Puderzucker:

Varroa-Milbe im SiebHier sieht man eine einzelne Varroa-Milbe, wie sie nach der Beprobung im feinen Sieb hängen geblieben ist. Das Volk hat offensichtlich nur eine geringe Belastung und muss erst einmal nicht behandelt werden.

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