Honiglehrgang 2013

Vorletztes Wochenende habe ich mir zwei Tage lang in der UFA-Fabrik angehört, wie man qualitativ hochwertigen Honig erntet, lagert, abfüllt und verkauft. Beim diesjährigen Honiglehrgang des Imkerverbandes Berlin hat Einar Etzold vom Bieneninstitut Hohen Neuendorf den Referenten gegeben. Wer sich bereits vorher durch die eingängige Literatur gelesen und bei einem erfahrenen Imker eine Honigernte mitgemacht hat, hätte den Stoff wahrscheinlich auch gut in einem Tag durchgehen können. Andererseits war es sinnvoll, einmal grundlegend die gute Praxis des Umgangs mit Honig zu erlernen. Gelangweit habe ich mich an den zwei Tagen jedenfalls nicht, insofern kann ich den Lehrgang durchaus empfehlen.

Am Ende des Wochenendes gab es einen Test, der nicht gerade wahnsinnig schwer ist, an dem man ohne jede Vorbereitung aber wahrscheinlich zu knabbern hätte. Während aus unsererm Kurs wie zu erwarten niemand durchgefallen ist, hat auch keine*r die volle Punktzahl erreicht. Die meisten dürften an einer ganz bestimmten Wissenslücke gescheitert sein – dass die Bienen den Honig trocknen, indem sie ihn von Biene zu Biene weitergeben und in Zellen ablagern war wohl fast allen bekannt. Aber wer weiß schon, dass Bienen den Honig auch mit dem Rüssel „ausschütteln“? Machen sie tatsächlich, und zwar spannen sie den Honig wiederholt zwischen Mund und Rüssel auf, wobei Wasser verdunstet und der Honig eindickt.

Nachdem zum Abschluss des Lehrgangs auch diese Wissenslücke geschlossen war, warte ich jetzt entspannt auf mein Zertifikat. Damit dürfte ich das DIB-Einheitsglas benutzen, ihr wisst schon, das auf dem „Echter Deutscher Honig“ draufsteht. Das will ich aber gar nicht, weil ich den Standardlook nicht mag und so gut wie keine Individualisierungen möglich sind. Der verschnarchte DIB hat es bis heute noch nicht einmal geschafft, ein Label für Bio-Honig bereitzustellen, geschweige denn so hippen shit wie Stadthonig gezielt zu vermarkten. In Berlin fristet das Einheitsglas denn auch zurecht ein Nischendasein zwischen zielgruppengerecht durchgestylten Individual-Labels.

Warum dann der Lehrgang? Irgendwann, wenn ich denn in den Honigverkauf gehen sollte, könnte ich die Urkunde werbewirksam vorzeigen. An erster Stelle stand bei mir aber der Wunsch, von fachkundiger Seite alle relevanten Aspekte der Honiggewinnung erfahren zu haben und mir so sicher sein zu können, wie ich mit meinem Honig umgehen soll.

Wer Lust hat den Honiglehrgang online durchzuführen, kann dies auf der Seite die Honigmacher tun. Ein Zertifikat gibt’s da auch nach bestandener „Prüfung“ nicht, aber man kann gut checken ob der eigene Wissensstand den geforderten Standards genügt. Und wenn ihr jetzt über die Frage stolpert ob Bienen den Honig durch Rüsselschütteln trocknen, wisst ihr die Antwort.

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Ein Gedanke zu “Honiglehrgang 2013

  1. Da wollte ich auch zuerst hin, (mangels Zeit dann aber doch nicht)… Wenns Dir gefallen hat, dann mach ich das auch nächstes Jahr… Ciao LS

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