Der Frühling steht vor dem Flugloch

Der Frühling macht sich allmählich bemerkbar: In den Beeten lassen sich Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse blicken und bieten zusammen mit den Weiden und Haselsträuchern erste Pollen-Nahrung für die Bienen.
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Bei dem prächtigen Berliner Wetter mit Temperaturen von 8-10°C und prallem Sonnenschein wagen sich die Bienen schon auf die ersten Ausflüge.
Bienenflug-Dach-Februar-2015

Bisher sieht es an meinen Bienenständen gut aus, was die Überwinterung angeht. Auf dem Dach leben drei von vier Stöcken, nur ein (zu) spät gebildeter Ableger hatte bereits im Spätherbst das Zeitliche gesegnet. Im Garten leben alle vier und in der Schule alle drei Völker. Nun weiß man erst Ende März, ob wirklich alles geklappt hat, aber bislang kann ich mich nicht beklagen.

Im Garten habe ich besonderes Augenmerk auf zwei Stöcke: Einen, den ich mit kompletter Brutentnahme Anfang Juli behandelt hatte und einen, den ich mit der entnommenen Brut neu gebildet und dann mit Milchsäure behandelt habe. In der Schule wiederum schaue ich noch etwas sorgenvoll auf einen spät eingefangenen Nachschwarm, der erst meinte sich noch eine neue Königin heranziehen zu müssen und sich dann nicht zwischen den beiden Königinnen entscheiden konnte. Es sind recht wenige Bienen in der Kiste, aber vielleicht sieht das im April schon wieder ganz anders aus.

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Zwei Königinnen

Vor einigen Wochen hatte ich einen frisch gefangenen Nachschwarm in der Bienen-AG an der Fanny-Hensel-Grundschule einlaufen lassen. Zunächst haben wir die Bienen erst einmal in Ruhe ihre Naturbau-Waben bauen lassen, bevor wir vorsichtig angefangen haben nachzuschauen ob alles in Ordnung ist.

Bei einem Nachschwarm kann es einige Wochen dauern, bis die ersten Eier zu sehen sind, weil die Königin erst noch begattet werden muss. Da unbegattete Königinnen kleiner und deshalb deutlich schwerer zu finden sind als solche, die schon fleißig Eier legen, und weil Königinnen zu finden mit vier bis sechs Kindern um einen herum eh nicht ganz so einfach ist, haben wir sie erst beim zweiten Versuch gefunden. Daraufhin haben wir sie gleich mit einem grünen Plättchen gezeichnet. Das war für die Kinder sehr spannend.

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Mein Schulimkerei-Kollege Eduard mit den Kindern beim Zeichnen einer Königin

Letzte Woche Montag haben wir dann mehrere bereits verdeckelte Weiselzellen gesehen, die schwer nach Nachschaffungszellen aussahen. Es kann ja immer mal sein, dass eine Königin schlecht begattet wurde oder sonstwie den Arbeiterinnen nicht ganz gefällt. Ich fand also, die Zellen sollten unbedingt drin bleiben. Als wir dann diesen Montag in das Volk geguckt haben, staunten wir ganz schön: Zwei Königinnen liefen da über die Wabe, und auch als sie aufeinander trafen blieb das friedlich. Mit etwas Glück konnte ich sogar ein Foto davon knipsen, am unteren Bildrand seht ihr die gezeichnete Königin in der Mitte, und direkt daneben die frisch geschlüpfte neue Königin.

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Bienen-Fotos auf Flickr

Seitdem ich mit einer brauchbaren Kamera in der Hosentasche herumrenne, versuche ich mich gelegentlich als Bienenfotograf. Damit ich die Bilder einfacher teilen kann, habe ich mir jetzt einen Flickr-Account zugelegt. Auf meinem Fotostream kann man sich von nun an in unregelmäßigen Abständen schicke Bienenfotos reinziehen. Und wer mal nach „Bee“ oder „Biene“ sucht wird ein paar fantastische Makroaufnahmen von anderen Benutzern entdecken!

Hier sind zwei meiner neuesten Werke:

Biene-auf-Blüte August 2013 - Bild 07

Biene-an-Goldrute August 2013 - Bild-01

Oben schlürft eine Biene Nektar von einer Fetten Henne, und unten fliegt eine Pollensammlerin von einer Goldrute zurück zum Stock.

Mit der Kita beim Imker

Schonmal darüber nachgedacht, mit einer Bande von fünf- bis sechsjährigen Kindern in den Bienenstock zu schauen? Nein? Ich schon. Schließlich sind Bienen spannend, wenn auch ein bisschen unheimlich. Die können schließlich stechen. Aber sie machen süßen Honig. Bauen Waben. Wuseln zehntausendfach durcheinander. Außerdem gibt’s ne Königin, und sogar Bienen die man auf der Hand tragen darf weil sie nicht stechen können – die Drohnen nämlich.

Genug Gründe also für einen Bienen-Ausflug mit der Kita. Was man braucht: Einen Ort in der Nähe, einen guten und geduldigen Imker, und ein paar friedliche Bienen. Alles zusammen gibt es bei Heinz Risse im Prinzessinnengarten. Er bietet, wenn es zeitlich passt, für Kitagruppen und Schulklassen eine etwa einstündige Einführung in die Welt der Imkerei.

Letzten Montag haben wir dieses Angebot genutzt. Mit viel Geduld und sicheren Schleiern zeigte Heinz zunächst auf ein paar Bildern und mit einer Wabe in der Hand, später dann an den Beuten und mit einem Baurahmen voller Bienen was es heißt, ein Imker zu sein. Zum Schluss gab es ein Stück Wabenhonig für Alle zum Probieren, morgens frisch aus dem Stock geerntet.

Mir hat Heinz‘ Vorstellung hervorragend gefallen, und den gespannten Kindergesichtern und ihren aufgeregten Erzählungen hinterher zufolge waren auch sie begeistert.

Die ersten Stiche

In den letzten Wochen habe ich mir meine ersten Stiche eingefangen, nachdem ich zuvor schon recht viel an Bienenstöcken gearbeitet hatte und stichfrei geblieben war. Aber irgendwann erwischt es jeden. Stiche gehören zum Imkern, und auch mit Schutzkleidung lassen sie sich nicht ganz vermeiden. Interessant finde ich dabei, wie wenig schmerzhaft die Stiche sind (jedenfalls im Vergleich zu waaahnsinnig fiesen Erinnerungen aus der Kindheit) und wie unterschiedlich die Folgen ausfallen können.

Der erste Stich war nicht ganz unverdient, weil wir ohne Schleier und Rauch in einem noch nicht sehr starken Volk nach Weiselzellen gucken wollten. Zack, hatte ich einen Stich in der Wange! Man soll den Stachel ja nicht zwischen zwei Fingern greifen, sondern mit einem Fingernagel herausschieben damit sich die Giftblase nicht entleert. Gute Idee, funktioniert aber nicht wenn man den Stachel gar nicht sehen kann. Als dann noch eine zweite Biene im Angriffsflug auf mich zusteuerte, sich erst auf mein Ohr stürzte und sich dann in meinen Haaren verfing, hatte ich genug. Seitdem ziehe ich mir immer brav einen Schleier über.

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Hornissen-Königin mag einen alten Bienenkorb

Als wir letzten Sonntag die fünf Bienenstöcke durchsehen wollten, sah ich aus dem Augenwinkel ein ziemlich großes, schwarzgelbes Riesen-Insekt vorbeifliegen. Es steuerte das Flugloch eines alten Bienenkorbes an, der auf den Magazinbeuten herumstand. Die Größe ließ vermuten, dass es sich dabei um eine Hornisse handeln könnte.

Wir haben kurz gewartet und dann den Bienenborb umgedreht, um einen Blick hineinzuwerfen. Und tatsächlich, eine Hornissen-Königin war gerade dabei ihr Nest im Bienenkorb zu bauen! Bei der Gelegenheit habe ich ein schnelles Foto geschossen:

Hornissen-Königin-beim-Nestbau

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