Mein Honig im Cafe Eule

Bisher habe ich meinen Honig vor allem selbst gegessen oder ihn an Verwandte, Freunde und Nachbarn verschenkt. Hin und wieder habe ich über den Gartenzaun ein Glas veräußert, doch da bin ich nur unregelmäßig. Deshalb freue ich mich sehr, dass man meine „Kreuzberger Vielfalt“ ab sofort im Café Eule im westlichen Gleisdreieck-Park kaufen kann!

Ein schickes Schild bewirbt meinen Honig im Café Eule!

Ein schickes Schild bewirbt meinen Honig im Café Eule!

Ich bin wirklich froh, dass ich für meinen Honig eine tolle Verkaufsstelle gefunden habe, an der viele Parkbesucher täglich vorbei kommen. Auch finde ich es toll, dass damit die ursprüngliche Idee des Café Eule weiter vorangebracht wird, lokal in den Kleingärten vom „Potsdamer Güterbahnhof“ (POG) hergestellte Produkte anzubieten. Und es freut mich für das Café Eule, dass das tolle Angebot dort dank meines Honigs jetzt noch etwas vielfältiger geworden ist.

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Honig, Veganismus und Peta

Die Tierschutzorganisation PETA, deren Arbeit ich grundsätzlich schätze auch wenn sie bisweilen übers Ziel hinausschießt, hat kürzlich einen ziemlich fragwürdigen Artikel gegen Honiggenuss und damit auch gegen die Imkerei veröffentlicht. Unter der Überschrift „8 Gründe, die verdeutlichen warum Honig nicht vegan ist“, argumentiert PETA einerseits stark verkürzt und andererseits schlicht falsch. Doch lest am besten zuerst einmal selbst.

Es geht darin um die Frage, ob man als Veganer/in Honig essen kann oder nicht. Laut PETA gehe das nicht, weil die Imker großes Leid unter den von ihnen betreuten Bienenvölkern verursachten. Bienen würden „in der Massenzucht gehalten und ausgebeutet“, man zwinge sie „in sogenannten Magazinen zu leben, die ihnen als künstlicher Bienenstock dienen“, verstümmelte die Königinnen, raube ihnen sämtlichen Honig und zerquetsche sie bei jeder Durchsicht massenhaft. Mit diesem Rundumschlag wirft PETA jedoch verschiedenste Haltungsformen (auf Imkerdeutsch „Betriebsweisen“) in einen Topf. Die Organisation differenziert nicht zwischen extensiver und intensiver Imkerei und missachtet Bemühungen im Rahmen von Verbänden wie Bioland oder Demeter. PETA verkennt damit nicht zuletzt die Rolle imkerlicher Betreuung für das Überleben der Honigbienen. Stattdessen solle man ein Wildbienenhotel bauen (was prinzipiell sinnvoll ist) und die Bienen Bienen sein lassen (was dramatisch wäre und die Zahl der Bienenvölker wegen der Varroa-Milbe um >95% dezimieren dürfte).

Dass ohne die Bestäubungsleistung der Bienen viel weniger Früchte und Nüsse sowie Gemüse in den Handel kämen, darüber denkt PETA nicht nach. Dass man als Freund der Bienen keine kalifornischen Mandeln essen sollte, deren Produktionsbedingungen in abschreckender Weise im Film „More Than Honey“ dargestellt werden, wird nicht erwähnt. Wer tier- und damit bestäuberfreundlich essen möchte, muss eben auf mehr achten als den tierischen Ursprung des Produktes selbst. Für Erdbeer-Plantagen werden beispielsweise Hummeln eingesetzt, deren Königinnen im zeitigen Frühjahr gefangen und dann in geeignete Kästen gesetzt werden. Letztlich müsste sich PETA fragen, wie denn die gewaltige Bestäubungsleistung erbracht werden soll, ohne dass Imker sich um Honigbienen kümmern und für diese Arbeit auch irgendwie entlohnt werden müssen. Ein Wildbienenhotel reicht dafür nämlich nicht aus, so sinnvoll es sein mag. Als Veganer/in muss ich sehr genau hinschauen, wie meine Lebensmittel produziert werden, zumindest wenn ich primär aus Tierschutz- und nicht aus Gesundheits- oder Lifestylegründen auf tierische Produkte verzichte.

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Entdeckelungswachs-Hack

Nach jeder Honigernte das gleiche Problem: Wie das Entdeckelungswachs vom letzten Honig befreien, damit es problemlos in den Sonnenwachsschmelzer kommen kann? Außerdem und mindestens ebenso wichtig: Wie belohnt man sich nach einem schweißtreibenden Tag voll Zargenschlepperei, Entdeckelungs- und Schleuderaction?

Samstag auf dem Stadthonigfest habe ich die ultimative Lösung für beide Probleme erfahren: Selbstgemachter Honigwhiskey!
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Naturbau mit Tücken

Als gewöhnlich fauler Mensch sehe ich nur Vorteile darin, die Bienen ihre eigenen Waben bauen zu lassen. Ich muss keine Mittelwände einlöten, sondern nur Anfangsstreifen in die Rähmchen eindrücken. Damit spare ich mir nicht nur viel teures Wachs, sondern auch einen Einlöt-Trafo. Ich muss mir keine Gedanken machen um Zellgrößen oder Rückstände im Wachs. Bislang spare ich mir sogar einen Sonnenwachsschmelzer und verschenke überschüssiges Wachs aus alten Waben an befreundete Imker aus der Nachbarschaft.

Doch der Naturbau kann auch seine Tücken haben, wie man an dieser Honigwabe sieht:

Naturbau-Honigwabe-schiefDie Wabe war so vermurkst, dass ich sie gestern aus dem Stock herausgenommen habe. Denn wenn eine Wabe erstmal so schief ist, werden schnell auch die benachbarten Waben krumm gebaut. Ein genauerer Blick hat dann offenbart, wo das Problem lag. Der Anfangsstreifen war nicht fest genug eingedrückt und hatte sich teilweise gelöst. Daraufhin hatten die Bienen kaum eine andere Wahl als dieses kunstvolle Gebilde zu produzieren.

Die anderen Waben sehen übrigens super aus, schön hell und gerade gebaut. Dafür hat mir dieses krumme Ding immerhin die ersten Löffel Frühjahrshonig gebracht!

Honiglehrgang 2013

Vorletztes Wochenende habe ich mir zwei Tage lang in der UFA-Fabrik angehört, wie man qualitativ hochwertigen Honig erntet, lagert, abfüllt und verkauft. Beim diesjährigen Honiglehrgang des Imkerverbandes Berlin hat Einar Etzold vom Bieneninstitut Hohen Neuendorf den Referenten gegeben. Wer sich bereits vorher durch die eingängige Literatur gelesen und bei einem erfahrenen Imker eine Honigernte mitgemacht hat, hätte den Stoff wahrscheinlich auch gut in einem Tag durchgehen können. Andererseits war es sinnvoll, einmal grundlegend die gute Praxis des Umgangs mit Honig zu erlernen. Gelangweit habe ich mich an den zwei Tagen jedenfalls nicht, insofern kann ich den Lehrgang durchaus empfehlen.

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Weichmacher im Honig?

Kürzlich kam es zu einer Diskussion unter Kreuzberger Imkern, ob potenziell gesundheitsschädliche Weichmacher möglicherweise einen Weg in unseren Honig finden könnten. Hintergrund war, dass von einem Institut bei der Honiganalyse mal ein deutlicher Geruch bemängelt worden war, der von dem auf dem Honigglas aufgeschraubten Twist-Off-Deckel ausgegangen sei. Ich erinnere mich daran, im Zuge meiner Doktorarbeit schon einmal darüber gestolpert zu sein, und beschloss der Sache auf den Grund zu gehen.

Weichmacher sind ein immer wieder aufkommendes Thema der Lebensmittelsicherheit. Hier gibt es eine ganz gute Übersicht dazu. Unter anderem werden Weichmacher standardmäßig in Twist-Off-Deckeln verwendet, um die PVC-Kunststofffüllung der Deckel geschmeidig zu machen und so sicherzustellen, dass sie auch wirklich fest schließen. Theoretisch ist es also durchaus möglich, dass diese Weichmacher vom Deckelinneren in die gelagerten Lebensmittel übergehen.

Tatsächlich hat das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) bereits 2006 festgestellt, dass genau dies regelmäßig geschieht. Teilweise wurden die tolerablen Gesatmengen deutlich überschritten, das heißt einige der Nahrungsmittel waren so stark mit Weichmachern belastet, dass sie die Gesundheit schädigen könnten. Vor allem fetthaltige Lebensmittel wie Pesto waren besonders belastet, da Weichmacher hauptsächlich fettlöslich sind. Einer der besonders häufig verwendeten Weichmacher, Di(2-ethylhexyl)phthalat, kurz DEHP, darf für fetthaltige Lebensmittel schon seit 2009 nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden und ist ab 2015 in der EU nicht mehr für Verpackungen von Nahrungsmitteln zugelassen. Dänemark ist noch etwas schneller und lässt gleich vier der  aus der Gruppe der Phthalate stammenden Weichmacher ab Ende 2013 verbieten. Es gilt also, Ersatzstoffe zu finden, die weniger risikoreich für unsere Gesundheit sind. Das ist nicht unbedingt einfach, wie die Probleme um Bisphenol A (BPA) zeigen.

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Stadthonig-Fest

Am Samstag, den 20. Juli steigt das diesjährige Stadthonig-Fest im Prinzessinnengarten am Kreuzberger Moritzplatz. Den Einladungsflyer findet ihr hier (PDF).

Von 11 bis 17 Uhr kann man den Imkerinnen und Imkern bei der Arbeit zuschauen, Vorträgen lauschen und diskutieren, Honig essen und bestaunen was die Kinder beim Malwettbewerb fabrizieren.

Ich bin auch dabei und betreue zusammen mit Dietmar einen Stand zu Wildbienen. Gut für mich: Noch habe ich vier Wochen, um darüber was zu lernen. Da mein Freestyle-Insektenhotel ja so ein wahnsinniger Erfolg geworden ist, kann kaum noch was schiefgehen. Es ist übrigens immer noch bloß ein einziges Loch belegt.