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Mehr Probleme mit den FAO-Daten über Bienen

Ich hatte vor einiger Zeit über die zweifelhaften Katastrophenmeldungen zum Bienensterben geschrieben, einem Phänomen das sich in den Daten gar nicht nachweisen lässt. Im Gegenteil: Den Statistiken der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge nimmt die Zahl der von Menschen gehaltenen Bienenstöcke weltweit zu. Während ihre Zahl in Europa und den USA in den 1990er Jahren leicht zurückgegangen ist und seitdem weitgehend stagniert, steigt sie in Asien, Afrika und Lateinamerika deutlich an. Gab es 1983 noch 64,7 Millionen Bienenstöcke weltweit, waren es 2003 bereits 73,2 Millionen und 2013 sogar schon 81 Millionen.

In dem Beitrag hatte ich jedoch auch auf Probleme mit den FAO-Daten verwiesen, denen ich nun etwas mehr Aufmerksamkeit gegönnt habe. Und auch wenn diese mich nicht gleich daran zweifeln lassen, dass wir entgegen der landläufigen Meinung gar kein globales (Honig-)Bienensterben haben, so werfen die gefundenen Schwächen doch ein schlechtes Licht auf die Datenqualität und das Datenmanagement bei der FAO. Welche Probleme habe ich nun gefunden?

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Bienensterben? Das sagen die FAO-Statistiken

Wenn ich an einem Infostand stehe, kommt unweigerlich früher oder später das Stichwort „Bienensterben“. Jede und jeder hat schonmal davon gehört, aber nicht immer scheint klar zu sein wo eigentlich wie viele Bienen und warum angeblich sterben. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und in die amtlichen Statistiken der Food and Agriculture Organisation of the United Nations, kurz FAO, hineingeschaut.

Mit deren Online-Statistiktool kann man sich Daten zu zahlreichen landwirtscahftlich genutzten Tier- und Pflanzenarten herunterladen oder gleich grafisch anzeigen lassen, und das habe ich für Bienenvölker getan. Der Blick auf die Daten der in Rom ansässigen Organisation birgt einige Überraschungen. So hat sich die Zahl der imkerlich genutzten Bienenvölker weltweit deutlich erhöht. In dieser Grafik sind alle Daten von 1973 bis 2013 enthalten. Man sieht eine kleine Delle um 1990, als die Sowjetunion zerfiel, aber bis 2000 waren die Zahlen wieder auf dem alten Niveau und sind seither deutlich gestiegen. 2013 wurden 81,03 Millionen Bienenstöcke gemeldet, verglichen mit 70,71 Millionen im Jahr 2000 und 55,3 Millionen im Jahr 1973.

numberofbeehives-1973-2013-worldDa stellt sich die Frage: Warum reden alle Menschen übers Bienensterben? Offensichtlich haben wir kein weltweites Problem mit imkerlich gehaltenen Bienenvölkern, sondern vielleicht ein regionales?

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Solche und solche Journalisten

Stadtbienen sind medial sehr präsent, und auch bei mir waren die Medien schon zu Besuch. Im Frühjahr war ich mit einer sehr netten Fotojournalistin auf dem Dach bei meinen Bienen, wo sie ein kleines Feature für Spiegel Online gedreht hat. Der Dreh hat viel Spaß gemacht, ich habe ihr gezeigt worauf man bei einer wöchentlichen Durchsicht der Bienenvölker so achten muss, und zum Schluss sind wir noch zum Wildbienenhotel im Interkulturellen Garten im Gleisdreieck-Park gefahren.

Vorgestern kam dann eine neue Anfrage herein. Prinzipiell hätte ich schon Lust auf erneuten Medien-Besuch, aber diese Mail kam aus dem Büro des Axel-Springer-Verlages. Die Journalistin schreibt für B.Z. und Bild, und schon ihre Mail liest sich genau so. Keine ganzen Sätze, aber GROSSE BUCHSTABEN. Die versucht offensichtlich noch nicht einmal, ihren Arbeitsplatz als wirtschaftliche Notwendigkeit und zu ertragendes Übel zu sehen, sondern hat den dortigen Jargon schon ganz in sich aufgenommen.

Ich habe ihr natürlich eine Absage geschickt, mit den Worten dass ich grundsätzlich gerne mit Journalisten über die Imkerei spreche, aber nicht mit solchen die für die Bild arbeiten. Da halte ich es mit Max Goldt, der mal schrieb:

Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.

Pestizide schwächen Immunsystem der Bienen

Bienen müssen sich einer Vielzahl von Krankheitserregern erwehren, darunter sind wie bei uns Menschen einige fiese Viren. Solange unser Immunsystem intakt ist, sind die meisten der täglich auf uns einprasselnden Viren kein Problem. Ist unsere Abwehr aber bereits geschwächt, dann haben die Erreger leichtes Spiel. Folglich sterben die meisten Todesopfer der Immunschwächekrankheit AIDS an Sekundärinfekten, denen das durch das HI-Virus angegriffene Immunsystem nichts mehr entgegenzusetzen hat.

Ganz ähnlich läuft das auch bei den Bienen. Ein gesunder Bienenstock wird mit allerlei Erregern fertig, wehe aber wenn die Abwehrkräfte geschwächt sind! Von den Varroamilben weiß man bereits, dass ihr Blutsaugen gar nicht mal den größten Schaden im Volk anrichtet, sondern die Viren die sie dabei übertragen. Für die berüchtigten Neonicotinoide, eine Gruppe relativ neuartiger systemisch wirkender Pestizide, hat nun eine Forschergruppe herausgefunden, dass sie die Immunabwehr von Honigbienen stark beeinträchtigen kann.

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Ein lebendiger 3D-Drucker

3D-Drucker sind gerade schwer im Kommen, und wo es Licht gibt, gibt’s auch Schatten. Die 3D-Drucker sollen nicht nur die eh schon durchglobalisierte und vernetzte Weltwirtschaft revolutionieren, sondern könnten auch bestehende Waffengesetze aushebeln.

Über eine völlig andere Art von 3D-Druckern hat The Chive berichtet (danke an den Stadtimker). Ein Imker hat ein Bienenvolk in eine sehr spezielle Beute einlogiert, in der ein vorgeformter dreidimensionaler Gegenstand mit Waben überzogen wurde. Das Ergebnis sieht beeindruckend aus, wie ihr in dieser Bildergalerie feststellen könnt.

UPDATE: Pff, siehste mal, irgendwas tolles aus den USA virtuellper Blog hierher  importiert, und einen Tag später finde ich in meinem very only Imkerverein Charlottenburg-Wilmersdorf einen Link zur Imkerkollegin Bärbel Rothhaar, die mit ihren Bienenprojekten was ganz ähnliches (und noch viel mehr) macht. Manchmal liegt das Gute eben viel näher als man denkt.