Meine Imkerei

Ich imkere in einem Kleingarten im westlichen Gleisdreieck-Park und auf einem Hausdach in der Stresemannstraße. Meine Bienen bauen ihre Waben selbst, bis auf einen kleinen Anfangsstreifen aus Wachs sind Brut, Pollen und Honig deshalb ausschließlich im Naturwabenbau. Das garantiert möglichst rückstandsfreies Bienenwachs, gesunde Bienen und einen unbelasteten Honig.

Die meisten der etwa 8 Bienenvölker, die ich betreue, halte ich in Dadant-Beuten. Das heißt sie haben einen großen, ungeteilten Brutraum, in dem die Könign nach Herzenslust Eier legen kann. Darüber liegen flachere Honigräume auf einem Absperrgitter, durch das die Königin nicht hindurchpasst und die deshalb nur von den Arbeiterinnen aufgesucht werden. Dort lagert das Volk den Honigvorrat, den ich typischerweise zwei Mal im Jahr ernte, und zwar im Mai und im Juli.

Nach der Sommerernte müssen die meisten Bienenvölker gegen die Varroa-Milbe behandelt werden, einen lästigen Parasiten, der unbehandelt sehr gefährlich ist. Dafür benutzt ich ausschließlich organische Säuren, wie sie zuerst im Bio-Landbau angewendet wurden und inzwischen gängige Praxis in den meisten Imkereien sind.

Um nach der Honigernte wieder genügen Wintervorräte zu haben, füttere ich meine Bienen mit selbst angemischtem oder zugekauften Futtersirup. 2014 habe ich dafür ausschließlich Bio-Rübenzucker aus deutscher Landwirtschaft verwendet. Denn ich finde, für das Bienenfutter sollte keine Zucker-Monokultur unterstützt werden, die mit hohem Düngemittel- und Pestizideinsatz im ländlichen Raum Wildbienen und anderen Lebewesen schadet.

Ich beschneide meinen Königinnen nicht die Flügel und versuche mit anderen Methoden, keine Schwarmstimmung aufkommen zu lassen. Drohende Schwärme nehme ich vorweg. Da alle Versuche, das Schwarmgeschehen zu kontrollieren, auch mal schiefgehen können, betätige ich mich zudem als Schwarmfänger in Kreuzberg. 2014 habe ich mehr als ein halbes Dutzend Schwärme selbst eingesammelt oder geholfen zu fangen und u.a. an die von mir betreute Imkerei-AG an der Fanny-Hensel-Grundschule in Kreuzberh gespendet.

 

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2 Gedanken zu “Meine Imkerei

  1. Lieber Imker, danke für ihren Beitrag.
    Gestern habe ich von meinem Nachbar aus dem Schrebergarten, das erste eigene Bienenvolk in meinen Garten gestellt bekommen. Nun möchte ich mich informieren, welche Futterarten es gibt, habe mich auch schnell auf ein Bio-Produkt eingeschossen.
    In ihrem Artikel hier schreiben Sie „2014 habe ich dafür ausschließlich Bio-Rübenzucker aus deutscher Landwirtschaft verwendet. “
    Finde ich gut.
    Was mich dabei etwas stört ist, der Ausdruck „deutscher“ Landwirtschaft.
    Denn so wie ich in ihrem Beitrag ( https://kreuzberger-bienen.de/2014/07/29/bio-zucker/ ) über Zucker lesen konnte, verwenden sie Produkte von Ansgar Westerhoff. Dieser Hersteller schreibt jedoch davon, dass er seine BIO-Produkte aus Übersee importiert. (http://westerhoff-imkereibetriebe.de/bio-zucker/)
    Zitat: „Biozucker
    Unser Handelsbetrieb in Göttingen vertreibt deutschen Bio-Rübenzucker und Bio-Rohrzucker aus Übersee für Winterfütterung und Lebensmittelverarbeitung direkt ab Lieferant. “

    Wie sehen sie das? Wenn ich ein Produkt aus deutscher Landwirtschaft kaufe hoffe ich, dass es zumindest auch aus Deutschland kommt. Deutscher Bio-Honig sollte schon aus Deutschland stammen. Ich möchte ungern BIO-Zucker über See importiert haben weil mir dabei zu viel Giftstoffe ins Wasser gelangen könnten und in die Luft geblasen werden.
    In Zucker aus deutscher Landwirtschaft sollte demnach auch dieser deutsche Zucker sein? Selbst wenn eine Firma aus Übersee einen deutschen Inhaber hat betreibt diese Firma doch doch nicht deutsche Landwirtschaft?

    Haben sie vielleicht noch eine andere andere günstige Quelle für ihren BIO-Zucker ausgemacht?
    Auf Antwort würde ich mich freuen.
    Vielen dank nochmals, Ihre Seite ist ein schöner Vorreiter dafür, wie es besser geht.

    Gruß
    Malemmy

    • Hallo Malemmy,

      ich teile deine Ansprüche an die Zuckerqualität und Herkunft des Zuckers.
      Bei dem Bio-Rübenzucker von Westerhoff handelt es sich um Zucker ausschließlich aus Deutschland.
      Nur der Rohrzucker ist logischerweise nicht von hier.
      Ich habe ein Angebot von Westerhoff vor kurzem zugesendet bekommen, dort kann man von riesigen Mengen bis 25 Kg-Säcken bestellen.

      Gruß
      Patrick

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