Warum sterben die Bienen? Neue Studie verbindet zentrale Faktoren

Es gibt eine Vielzahl von Studien, die versuchen den einen entscheidenden Faktor für den Rückgang an Wildbienen-Populationen ausfindig zu machen. Das, so argumentiert eine neu erschienene Studie (hier als PDF) einer Gruppe von Autoren um den englischen Biologien Dave Goulson, ist aber vielleicht ein Holzweg. Vielmehr sei es gerade das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die für den Rückgang der Artenvielfalt von Bestäubern verantwortlich zu machen seien. Auf Englisch sind die zentralen Punkte des Artikels nebst einem Interview schön zusammengefasst bei vox.com.

Nun sind Studien, die auf multifaktorielle Ursachen eines komplexen Geschehens verweisen, nicht selten ein umständlich formuliertes Eingeständnis dafür, dass man die tatsächlichen Faktoren eben noch nicht genau kennt. In diesem Fall jedoch sind die drei wesentlichen Probleme, die in Diskussionen über das Bienensterben immer wieder auftauchen, so kausal miteinander vekrnüpft worden, so dass ich geneigt bin das für eine ziemlich plausible Synthese zu halten.

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Ein Bienen-Vorfrühlings-Paradies

Bei meinen Garten-Nachbarn hat sich das reinste Bienenparadies entfaltet: Hunderte von Krokussen blühen dort, und weil es gestern schon so wunderbar warm war summte der ganze Garten! Da können meine paar Schneeglöckchen nicht mithalten.

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Nicht so schöne Nachrichten gibt es dagegen von meinem Bienenstand. Obwohl alle vier Völker im Gleisdreieck-Park überlebt haben, war eines sehr schwach geworden.

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Mehr Probleme mit den FAO-Daten über Bienen

Ich hatte vor einiger Zeit über die zweifelhaften Katastrophenmeldungen zum Bienensterben geschrieben, einem Phänomen das sich in den Daten gar nicht nachweisen lässt. Im Gegenteil: Den Statistiken der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge nimmt die Zahl der von Menschen gehaltenen Bienenstöcke weltweit zu. Während ihre Zahl in Europa und den USA in den 1990er Jahren leicht zurückgegangen ist und seitdem weitgehend stagniert, steigt sie in Asien, Afrika und Lateinamerika deutlich an. Gab es 1983 noch 64,7 Millionen Bienenstöcke weltweit, waren es 2003 bereits 73,2 Millionen und 2013 sogar schon 81 Millionen.

In dem Beitrag hatte ich jedoch auch auf Probleme mit den FAO-Daten verwiesen, denen ich nun etwas mehr Aufmerksamkeit gegönnt habe. Und auch wenn diese mich nicht gleich daran zweifeln lassen, dass wir entgegen der landläufigen Meinung gar kein globales (Honig-)Bienensterben haben, so werfen die gefundenen Schwächen doch ein schlechtes Licht auf die Datenqualität und das Datenmanagement bei der FAO. Welche Probleme habe ich nun gefunden?

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Der Frühling steht vor dem Flugloch

Der Frühling macht sich allmählich bemerkbar: In den Beeten lassen sich Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse blicken und bieten zusammen mit den Weiden und Haselsträuchern erste Pollen-Nahrung für die Bienen.
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Bei dem prächtigen Berliner Wetter mit Temperaturen von 8-10°C und prallem Sonnenschein wagen sich die Bienen schon auf die ersten Ausflüge.
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Bisher sieht es an meinen Bienenständen gut aus, was die Überwinterung angeht. Auf dem Dach leben drei von vier Stöcken, nur ein (zu) spät gebildeter Ableger hatte bereits im Spätherbst das Zeitliche gesegnet. Im Garten leben alle vier und in der Schule alle drei Völker. Nun weiß man erst Ende März, ob wirklich alles geklappt hat, aber bislang kann ich mich nicht beklagen.

Im Garten habe ich besonderes Augenmerk auf zwei Stöcke: Einen, den ich mit kompletter Brutentnahme Anfang Juli behandelt hatte und einen, den ich mit der entnommenen Brut neu gebildet und dann mit Milchsäure behandelt habe. In der Schule wiederum schaue ich noch etwas sorgenvoll auf einen spät eingefangenen Nachschwarm, der erst meinte sich noch eine neue Königin heranziehen zu müssen und sich dann nicht zwischen den beiden Königinnen entscheiden konnte. Es sind recht wenige Bienen in der Kiste, aber vielleicht sieht das im April schon wieder ganz anders aus.

Bienensterben? Das sagen die FAO-Statistiken

Wenn ich an einem Infostand stehe, kommt unweigerlich früher oder später das Stichwort „Bienensterben“. Jede und jeder hat schonmal davon gehört, aber nicht immer scheint klar zu sein wo eigentlich wie viele Bienen und warum angeblich sterben. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und in die amtlichen Statistiken der Food and Agriculture Organisation of the United Nations, kurz FAO, hineingeschaut.

Mit deren Online-Statistiktool kann man sich Daten zu zahlreichen landwirtscahftlich genutzten Tier- und Pflanzenarten herunterladen oder gleich grafisch anzeigen lassen, und das habe ich für Bienenvölker getan. Der Blick auf die Daten der in Rom ansässigen Organisation birgt einige Überraschungen. So hat sich die Zahl der imkerlich genutzten Bienenvölker weltweit deutlich erhöht. In dieser Grafik sind alle Daten von 1973 bis 2013 enthalten. Man sieht eine kleine Delle um 1990, als die Sowjetunion zerfiel, aber bis 2000 waren die Zahlen wieder auf dem alten Niveau und sind seither deutlich gestiegen. 2013 wurden 81,03 Millionen Bienenstöcke gemeldet, verglichen mit 70,71 Millionen im Jahr 2000 und 55,3 Millionen im Jahr 1973.

numberofbeehives-1973-2013-worldDa stellt sich die Frage: Warum reden alle Menschen übers Bienensterben? Offensichtlich haben wir kein weltweites Problem mit imkerlich gehaltenen Bienenvölkern, sondern vielleicht ein regionales?

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Wen schickt man auf riskante Raubzüge?

Die Antwort ist so kurz und trocken, wie Bienen manchmal sind: Die Kranken und Kurzlebigen! Das ist jedenfalls das Ergebnis einer kürzlich erschienen Studie in der Fachzeitschrift Apidologie. Die Forscher hatten untersucht, welchen Bienen in einem Stock die Aufgabe zufällt, riskante Raubzüge in andere Bienenvölker zu starten. Räuberbienen hatten unter identischen Laborbedingungen eine kürzere Lebenserwartung als normale Sammlerinnen. Dazu waren sie deutlich öfter mit Nosema-Sporen infiziert.

 

Solche und solche Journalisten

Stadtbienen sind medial sehr präsent, und auch bei mir waren die Medien schon zu Besuch. Im Frühjahr war ich mit einer sehr netten Fotojournalistin auf dem Dach bei meinen Bienen, wo sie ein kleines Feature für Spiegel Online gedreht hat. Der Dreh hat viel Spaß gemacht, ich habe ihr gezeigt worauf man bei einer wöchentlichen Durchsicht der Bienenvölker so achten muss, und zum Schluss sind wir noch zum Wildbienenhotel im Interkulturellen Garten im Gleisdreieck-Park gefahren.

Vorgestern kam dann eine neue Anfrage herein. Prinzipiell hätte ich schon Lust auf erneuten Medien-Besuch, aber diese Mail kam aus dem Büro des Axel-Springer-Verlages. Die Journalistin schreibt für B.Z. und Bild, und schon ihre Mail liest sich genau so. Keine ganzen Sätze, aber GROSSE BUCHSTABEN. Die versucht offensichtlich noch nicht einmal, ihren Arbeitsplatz als wirtschaftliche Notwendigkeit und zu ertragendes Übel zu sehen, sondern hat den dortigen Jargon schon ganz in sich aufgenommen.

Ich habe ihr natürlich eine Absage geschickt, mit den Worten dass ich grundsätzlich gerne mit Journalisten über die Imkerei spreche, aber nicht mit solchen die für die Bild arbeiten. Da halte ich es mit Max Goldt, der mal schrieb:

Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.